Öl: Gute Nachrichten für den Aktienmarkt

19.07.2021 | Marktanalyse

Öl: Gute Nachrichten für den Aktienmarkt
Öl: Gute Nachrichten für den Aktienmarkt

Die Verhandlung der Förderquoten hat zu einem Streit innerhalb der OPEC geführt, der nur mühsam beigelegt werden konnte. Nun weitet das Kartell zusammen mit seinen Partnern die Fördermenge aus. Für den Aktienmarkt und unseren Index ist das eine gute Nachricht.


Der Ölmarkt ist im letzten Jahr von der Coronakrise kräftig durchgeschüttelt worden. Nach dem Preisabsturz im Frühjahr 2020 konnte sich die Notierung aber relativ stetig und dynamisch erholen. Ein wesentlicher Faktor war dabei die überraschend ausgeprägte Produktionsdisziplin der OPEC-Länder und ihrer Partner („OPEC+“). Das inzwischen wieder relativ hohe Preisniveau weckt allerdings nun Begehrlichkeiten und stellt das Kartell vor eine Zerreißprobe.

OPEC schafft Marktgleichgewicht

Der Schock des Ölpreisabsturzes im Frühjahr 2020 war so groß, dass sich die OPEC-Länder im Anschluss trotz eines steigenden Preisniveaus relativ diszipliniert an die ausgehandelten Produktionslimits gehalten haben. Mit einer Kürzung des Outputs um 11,4 % auf 30,7 Mio. Barrel pro Tag (mb/d) hat die OPEC einen großen Beitrag zur Verringerung des Angebotsüberschusses im letzten Jahr geleistet – im Rest der Welt ist die Produktion nur um 3,8 % auf 63,5 mb/d zurückgegangen. Und mit der von der EIA für 2021 geschätzten OPEC-För­de­rung von 32,1 mb/d werden die Länder voraussichtlich immer noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau bleiben.

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Streit um Produktionslimits

Ein Streit um die Ausweitung der Förderung hatte die OPEC allerdings in den letzten Wochen vor eine Zerreißprobe gestellt. Eigentlich sollte Anfang Juli eine Produktionsausweitung um 0,4 mb/d ab August beschlossen werden, auf die im Monatsrhythmus eine weitere Erhöhung um dieses Volumen folgen sollte. Die Vereinigten Arabischen Emirate fühlten sich aber benachteiligt, weil die Produktionsquoten auf Basis der Kapazitäten aus 2018 berechnet wurden – im Nachgang hatten die VAE ihre Kapazitäten deutlich aufgestockt. Deswegen haben die VAE nun auf eine Anhebung des Outputlimits gepocht – dagegen haben sich die anderen Länder und insbesondere Saudi-Arabien aber gesperrt. Schließlich ist aber doch noch eine Einigung gelungen, so dass die geplante Ausweitung im August starten wird.

Fazit

Ein Streit um die Förderquoten hätte die OPEC beinahe in eine große Krise gestürzt. Am Ende haben sich die Hauptkontrahenten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien, aber geeinigt, so dass es in den nächsten Monaten zu einer Erhöhung der Produktion in mehreren Schritten kommen wird. Das Potenzial für einen weiteren Preisanstieg scheint daher limitiert, ein Absturz der Notierung ist angesichts der beibehaltenen OPEC-Disziplin aber auch nicht zu befürchten.

Für den Aktienmarkt sind das gute Nachrichten. Der stark steigende Ölpreis hatte in den letzten Monaten einen Beitrag zur deutlich anziehenden Inflation geleistet, was von den Aktieninvestoren mit Sorge betrachtet wurde. An dieser Front winkt nun Entspannung. Das könnte letztlich einen Beitrag leisten, um dem Aktienmarkt aus der aktuellen Konsolidierungsphase, die zuletzt auch den Value-Stars-Deutschland-Index ereilt hat, herauszuhelfen. Im laufenden Jahr hat der Index bereits eine Rendite von 20,6 % erzielt, während der DAX seit Jahresbeginn 10,8 % gestiegen ist (Stand 19.07.2021, 13.30 Uhr)

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