DAX: Die Abschwungsorgen

07.09.2021 | Marktanalyse

DAX: Die Abschwungsorgen
DAX: Die Abschwungsorgen

Anders als der VSD-Index kommt der DAX seit Monaten nicht richtig voran. Und das durchaus aus gutem Grund, denn die wirtschaftliche Dynamik hat deutlich abgenommen. Die Belastungsfaktoren für die Industrie könnten allerdings in naher Zukunft an Schärfe verlieren.


Der Aufschwung verliert an Dynamik, allerdings verläuft die Entwicklung uneinheitlich. Während China zuletzt deutlicher geschwächelt hat, präsentieren sich die USA relativ robust. Zwischen diesen Polen schwanken Deutschland und Europa zwischen Hoffen und Bangen, vor allem die Engpässe in zahlreichen Bereichen setzen den hiesigen Unternehmen zu. Hier könnte ein Schlüssel für die weitere Entwicklung liegen.


China schwächelt

Chinas offizieller Industrie-Einkaufsmanagerindex ist im August erneut gebröckelt und liegt mit 50,1 Punkten nur noch knapp über der Expansionsschwelle (50 Punkte) – das ist das niedrigste Niveau seit dem Höhepunkt der Coronakrise in China im Frühjahr 2020. Massive Restriktionen bei Infektionsausbrüchen bremsen die Dynamik, das zeigt auch der offizielle Einkaufsmanagerindex zum Dienstleistungssektor (-5,8 auf 47,5 Punkte). Der konkurrierende Index von Caixin, der eher die Entwicklung kleinerer Unternehmen abbildet, hat allerdings besser abgeschnitten.

USA weitgehend unbeeindruckt

In Deutschland und Europa scheint die Aufholjagd im Dienstleistungssektor auszulaufen, die Indizes stagnierten im August. In der Industrie könnte schon die Trendwende hin zu einer abnehmenden Dynamik eingeleitet worden sein, Engpässe setzen dem verarbeitenden Gewerbe auf dem Kontinent in zahlreichen Bereichen zu. Weitgehend unbeeindruckt davon präsentiert sich aber die US-Industrie: Im August hat ein deutliches Plus beim Auftragseingang, aber auch bei der Produktion, und ein nachlassender Preisdruck (!) einen kleinen Anstieg beim Einkaufsmanagerindex ermöglicht.

Fazit

Die Entwicklung in den USA ist ein Hoffnungsschimmer, dass sich die wirtschaftliche Dynamik doch als robuster erweist, als dies einige Frühindikatoren im Moment ankündigen. Für Europa dürfte entscheidend sein, ob die Deckelung durch Engpässe in den nächsten Monaten abnimmt. Aus einigen Bereichen, beispielsweise aus der Kunststoffindustrie, sind schon erste Verbesserungen zu hören. Eine schrittweise Entspannung auf der Beschaffungsseite könnte das Vertrauen der Manager in das weitere Wachstumspotenzial stärken. Es bleibt aktuell aber ein Ritt auf der Rasierklinge, was dem DAX das Leben weiter schwer macht.

Dennoch gibt es auch im aktuellen Umfeld attraktive Investmentchancen, dabei kommt es vor allem auf fundamental starke Stories an, die an der Börse noch nicht zu hoch bewertet sind. Solche Titel stehen im Fokus des Value-Stars-Deutschland-Index, der im August seine Rekordserie ausgebaut und auf einem neuen Allzeithoch geschlossen hat. Im laufenden Jahr hat unser Index bereits eine Rendite von 31,8 % erzielt, während der DAX seit Jahresbeginn 15,5 % gestiegen ist (Stand 07.09.2021, 17:20 Uhr)

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