Am Ölmarkt herrscht Tiefenentspannung, der Kurs bewegt sich nah am Jahrestief. Das ist eine gute und schlechte Botschaft zugleich.
Die gute Nachricht zuerst: Der anhaltende Ukrainekrieg und die wieder intensivierten Versuche, Russlands Ölexporte zu beschneiden, haben keine merkbaren Auswirkungen mehr auf den Ölpreis. Dieser hat gerade wieder sein bisheriges Jahrestief erreicht. Die schlechte Nachricht ist, dass das aber – bei gutem Angebot – auf die maue Nachfrage zurückzuführen ist, was wiederum kein gutes Licht auf die Weltkonjunktur wirft.
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Indien scheint umzuschwenken
In den letzten Jahren waren die Versuche, Russland stärker vom globalen Ölmarkt abzuschneiden, immer mal wieder für eine Schockwelle am Markt gut. Die jüngste Offensive in diese Richtung hat US-Präsident Trump gestartet, der Indien mit Strafzöllen von 25 % belegt hat, weil das Land als Ersatz für europäische Länder stark auf russisches Öl (zu günstigen Konditionen) zurückgegriffen hat. Jetzt scheint Premierminister Modi einzulenken, er hat Trump offenbar das Auslaufen dieser Importe angekündigt.

Industrie lahmt weiter
Findet Russland keine Ersatzabnehmer, würde damit rein theoretisch das globale Ölangebot sinken, was den Preis wiederum treiben könnte. Doch davon ist dieses Mal nichts zu sehen, im Gegenteil: Der Ölpreis hat sich zuletzt wieder in Richtung des Jahrestiefs bewegt, und das wiederum ist der tiefste Stand seit der Coronakrise 2020/21. Und das liegt an dem hohen Niveau der Weltproduktion: Die US Energy Information Administration hat ihre Schätzung zum globalen Output in den letzten Monaten signifikant angehoben, auf 105,9 Mio. Barrel pro Tag (mb/d) in diesem Jahr und 107,2 mb/d in 2026. Die Nachfrageschätzung wurde zwar auch leicht nach oben revidiert, hält damit aber nicht Schritt, so dass sich der Markttrend zum Lageraufbau weiter verstärkt.
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