Der Markt für Staatsanleihen wird aktuell kritisch beäugt, in den USA und in Frankreich sorgen hohe Budgetdefizite für eine stark steigende Verschuldung. Ein weiterer Zinsanstieg am langen Ende wäre nur schwer zu verdauen.
Die Arbeitsmarktdaten sind seit mehreren Monaten schwach in den USA, daher setzen die Anleger auf eine baldige Zinssenkung der FED. Das hat die Renditen von Staatsanleihen am kurzen Ende deutlich sinken lassen. Zugleich sind sie am langen Ende aber kaum gefallen. Das dürfte ein Misstrauensvotum zur langfristigen Staatsfinanzierung sein, das in ähnlicher Form auch in Europa zu beobachten ist.
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Höhere Risikoaufschläge
Lange Zeit war die Zinsstrukturkurve in den USA invers bis flach, inzwischen wird sie zunehmend steiler. Das kann ein Zeichen für verbesserte Wachstums- und Inflationsperspektiven sein, aber aktuell dürfte die Kurve auch die Zweifel an der langfristigen Staatsfinanzierung der USA zum Ausdruck bringen, die durch eine Verschuldung des Bundes mit 124 % des BIP und ein Haushaltsdefizit von 6,4 % geschürt werden. Und das „große schöne Gesetz“ von Trump dürfte die Lage noch verschlechtern. Das führt dazu, dass am langen Ende höhere Risikoaufschläge gefordert werden.

Frankreich als warnendes Beispiel
Immerhin, die inzwischen absehbaren Zinssenkungen der FED haben die Lage ein Stück weit entschärft, die Rendite von 30-jährigen Papieren hat sich von der 5 %-Marke wieder etwas entfernt. Sie bewegt sich aber immer noch nah am Zyklushoch, während die Rendite von Zweijährigen bereits fast 100 Basispunkte unter dem Top liegt. Das ist durchaus bedenklich, und der Fall Frankreich zeigt, dass der Anleihenmarkt am langen Ende auch noch stärker unter Druck geraten kann. Hohe Schulden und die komplizierte politische Lage haben dazu geführt, dass die dortigen Renditen von 30-jährigen Anleihen trotz der kräftigen Zinssenkungen der EZB in den letzten zwölf Monaten um 90 Basispunkte auf 4,3 % zugelegt haben.
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