Der Euro-Dollar-Kurs hat sich als wichtiger Gradmesser für die Trump-Nervosität erwiesen. Zuletzt gab es wieder einen kräftigen Ausschlag nach oben. Zumindest technisch ist das eine markante Entwicklung.
Die Nervosität der Anleger in Bezug auf Trumps erratische und protektionistische Politik war im letzten Jahr besonders gut am Dollarkurs gegenüber dem Euro abzulesen, der nach der Präsentation der Zollpläne deutlich unter Druck geraten ist. Dann ist er monatelang seitwärts gelaufen, um jetzt auf ein neues Mehrjahrestief zu fallen. Der US-Präsident spielt das herunter, aber die Kursentwicklung könnte zum Problem werden.
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Ein Misstrauensvotum
Lange Zeit waren die USA im internationalen Vergleich ein Hort der Stabilität, aber jetzt bekommen die Anleger immer größere Zweifel. Ausufernde Staatsschulden, eine protektionistische Politik, Druck auf die FED und ein Hang zu autoritären Entscheidungen sind nur einige Punkte aus der langen Mängelliste. Ablesbar ist das Misstrauen aus dem Eurokurs, der gegenüber dem Dollar zuletzt auf den höchsten Stand seit 2021 gestiegen ist. Da auch der Euroraum keineswegs mit starken Wirtschaftsdaten glänzt, darf das als Misstrauensvotum gewertet werden.

Trump ignoriert Inflationsrisiken
Der Druck wurde auch durch die jüngste Zinspolitik verstärkt. Mit mehreren Reduktionen war die FED mitverantwortlich dafür, dass die Zinsdifferenz, die eine wichtige Determinante des Wechselkurses darstellt, weiter abgenommen hat. In der Sitzung in der letzten Woche hat die Notenbank Trumps anhaltendem Druck zu weiteren Zinssenkungen allerdings widerstanden und den Leitsatz unverändert gelassen. Der US-Präsident spielt zugleich die Dollarschwäche herunter und bejubelt den positiven Effekt für die (Export-) Wirtschaft. Das ist aber nur eine Seite der Medaille, den zugleich verteuern sich die Importe, und das stellt einen weiteren Risikofaktor für die Inflationsentwicklung dar.
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