Beim DAX geht es Auf und Ab, insgesamt hält sich der deutsche Leitindex aber ganz gut. Die Inflationsrisiken sind für Anleihen schwieriger zu verarbeiten als für den Aktienmarkt.
Der Anstieg Richtung Allzeithoch in der ersten Maiwoche war dann doch ein bisschen viel des Guten, aber insgesamt hält sich der DAX vor dem Hintergrund der Nachrichtenlage auf hohem Niveau. Das dürfte zum einen die Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass die wirtschaftliche Erholung – nach einer weiteren deutlichen Verzögerung – doch noch kommt, spiegelt zum anderen aber auch einen Vorteil von Aktien gegenüber Anleihen wider.
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Erholung im zweiten Halbjahr?
Die deutsche Wirtschaft war zu Jahresanfang endlich auf Erholungskurs – zumindest legte das der Anstieg des ZEW-Index auf knapp 60 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit dem Corona-Rebound 2020/21 nahe. Dann kam der Irankrieg, der für einen Absturz um 75 Punkte in zwei Monaten sorgte. Im Mai hat sich das nicht fortgesetzt, stattdessen brachte die Hoffnung auf eine mögliche baldige Konfliktlösung eine kleine Erholung um 7 auf -10,2 Punkte. Sollte eine Einigung zwischen den USA und dem Iran zeitnah gelingen, könnte die deutsche Wirtschaft im zweiten Halbjahr auf den Erholungskurs zurückfinden.

Aktien bieten Inflationsschutz
Dieses Szenario ist aber noch sehr spekulativ, denn im Moment zeichnet sich eine deutliche Annäherung zwischen den USA und dem Iran in den Statements noch nicht wirklich ab. Dass sich die Aktienmärkte trotzdem so gut halten, liegt aber auch an der Natur des Konflikts selbst. Denn dieser facht derzeit die Inflationsentwicklung in den Industriestaaten wieder deutlich an. Das belastet vor allem den Anleihenmarkt, wo die Renditen in einem solchen Szenario üblicherweise steigen und die Kurse damit fallen. Aktien bieten hingegen einen gewissen Inflationsschutz, da die Unternehmen – in Abhängigkeit vom Wettbewerbsdruck – einen gewissen Spielraum haben, ihre Margen und damit die Gewinne über Preiserhöhungen zu schützen.
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