Wegen der Fortschritte im Irankonflikt ist der Ölpreis gemessen am Hoch schon stark gesunken. Auch auf dem aktuellen Niveau gibt es noch deutliches Abwärtspotenzial.
Die Verhandlungen sind von gegenseitigem Misstrauen geprägt, trotzdem dürfte es sowohl für die USA als auch für den Iran letztlich vorteilhaft sein, zu einem nachhaltigen Deal zu kommen. Vor allem der Iran könnte profitieren, wenn sein Status als international weitgehend geächtetes Land aufgehoben wird. Das könnte auch für zusätzliches Angebot am Ölmarkt sorgen. Insgesamt scheint perspektivisch ein deutliches Überangebot denkbar.
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Kräftiger Einbruch der Produktion
Für den Ölmarkt sind Lagerkapazitäten besonders wichtig, und die sind im Nahen Osten nach mehr als drei Monaten mit einer weitgehenden Schließung der Straße von Hormus und der Blockade der iranischen Häfen vielerorts am Limit. Daher bleibt den Ländern nichts anderes übrig, als die Produktion deutlich zu kürzen. Die US Energy Information Administration (EIA) schätzt die Reduktion im Mai gegenüber dem Vorkriegsniveau (25,2 Mio. Barrel pro Tag im Februar) auf 11,3 Mio. Barrel pro Tag (mb/d), wobei der Großteil davon auf Saudi-Arabien, den Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate entfällt.

Für 2027 wird deutliches Überangebot prognostiziert
Wegen der langwierigen Blockade hat das EIA die Schätzung zur Weltproduktion im Jahr 2026 deutlich reduziert, von 107,8 mb/d noch im Februar auf aktuell lediglich 99 mb/d. Da die Lager zuvor gut gefüllt waren, ist der von Pessimisten befürchtete Ölpreisanstieg in Richtung 200 US-Dollar trotzdem ausgeblieben. Zumal die höheren Preise auch eine Anpassung auf der Nachfrageseite ausgelöst haben. So taxiert die EIA den Konsum in diesem Jahr nur noch auf 102,9 mb/d, gegenüber 104,8 mb/d zum Stand im Februar. Im nächsten Jahr könnte sich die Nachfrage wieder etwas erholen, auf 105,3 mb/d, aber das Angebot wird bei einer weiteren Entspannung der Lage im Nahen Osten vermutlich deutlich stärker wachsen, nämlich nach Schätzung der EIA auf 109,3 mb/d. Damit zeichnet sich ein starkes Überangebot ab, wenn neue Schocks ausbleiben.
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