Mit der erratischen und drastischen Politik von Donald Trump sind auch die Schwankungen am Devisenmarkt größer geworden. Zuletzt hat der Dollar wieder deutlich aufgewertet, ist das ein gutes Zeichen?
Der erodierende Dollarkurs zum Euro war ein Warnzeichen für die Politik von Donald Trump. In den letzten Monaten haben sich die Vorzeichen aber umgekehrt. So hat der Dollar seit seinem Mehrjahrestief im Februar wieder deutlich aufgewertet. Jetzt zeichnet sich sogar eine mittelfristige Trendwende zugunsten der US-Währung ab. Wie ist diese Entwicklung zu deuten?
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Flucht und Beruhigung
Ausufernde US-Staatsschulden, eine erratische und inflationstreibende Zollpolitik sowie die versuchte Demontage der FED-Unabhängigkeit durch den US-Präsidenten – an großen Dollarrisiken mangelte es wahrlich nicht seit Beginn der zweiten Amtszeit Trumps. Die Anleger haben darauf vor allem im ersten Halbjahr 2025 reagiert und in Scharen die Flucht ergriffen, das hat dem Dollar eine Abwertung um etwa 15 % in relativ kurzer Zeit beschert. Im Nachgang hat sich die Lage aber unter größeren Schwankungen unter dem Strich deutlich beruhigt. Das zeigt mal wieder: Die Suppe wird nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird.
Quelle: CNBC, investing.comZinsvorsprung der USA hat wieder zugenommen
Das gilt insbesondere für den Versuch, die FED politisch zu gängeln. Trump hat mit Kevin Warsh zwar den neuen Chef bestimmt, aber der ist entgegen den Wünschen des US-Präsidenten nicht direkt auf Zinssenkungskurs eingeschert – eine Beruhigungspille für den Dollar. Auch in der Zollpolitik wurden Trump durch Gerichte klare Grenzen aufgezeigt. Die Frage der hohen Staatsschulden bleibt hingegen heikel, hier sehen die großen europäischen Staaten allerdings auch nicht gut aus. In Summe hat das an den Märkten im laufenden Jahr wieder zu einem höheren Zinsvorsprung von US-Bonds gegenüber deutschen Staatsanleihen geführt, nachdem dieser in den zwölf Monaten zuvor tendenziell rückläufig war. Das dürfte den Dollar zuletzt gestützt haben.
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