Der Goldpreis hat im August eine erste kräftige Erholung versucht, aber diese ist noch in sich zusammengebrochen. Dafür gibt es gute Gründe.
Seit der gewaltigen Rally bis auf einen neuen historischen Höchststand bei mehr als 5.500 US-Dollar je Unze im Frühjahr befindet sich der Goldpreis in der Konsolidierung. Nach einem Rückgang bis auf knapp unter 4.000 US-Dollar Anfang Juli gab es einen ersten kräftigen Rebound, auf den allerdings in jüngster Zeit ein neuerlicher Schwächeanfall folgte. Vor allem zwei Faktoren setzen den Preis derzeit unter Druck.
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Finanzinvestoren und Zentralbanken kaufen
Die Aufwärtsbewegung im Sommer wurde auch durch Finanzinvestoren eingeleitet. Nachdem die Bestände der Gold-ETFs im zweiten Quartal abgenommen hatten, wurde im dritten Quartal mit 30,7 Mrd. US-Dollar der höchste Nettozufluss seit Beginn der Erhebung erzielt – mit einem klaren Peak im August. Während die Entwicklung hier aber im Zeitablauf schwankt, sind die Zentralbanken seit längerem durchweg auf der Käuferseite aktiv. Im August haben sie ihre Bestände netto um 39 Tonnen erhöht, wobei Polen (+98 Tonnen seit Jahresbeginn) und China (+80 Tonnen) im laufenden Jahr die größten Käufer sind.
Quelle: gold.orgZinsanstieg und Dollaraufschwung belasten
Dass der Rebound des Goldpreises trotzdem abgebrochen ist, liegt an der Entwicklung der Zinsen und des US-Dollars. Üblicherweise üben höhere Zinsen Abwärtsdruck auf das zinslose Gold aus, und der jüngste Anstieg der Renditen von 30-jährigen US-Bonds bis auf 5,7 % verursacht hohe Opportunitätskosten. Verstärkt wird das noch durch den steigenden Dollarkurs, denn dieser verteuert Gold für Käufer aus anderen Währungsräumen. Allein seit Anfang September hat der US-Dollar um 3,6 % zum Euro aufgewertet. Das spiegelt die Richtungsentscheidung der US-Notenbank im September wider, die hohe Inflation mit neuerlichen Zinsanhebungen zu bekämpfen. Wegen der versuchten Einflussnahme durch Trump hatte zuvor die Befürchtung bestanden, die FED könnte davor zurückschrecken.
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